1. DataCamp - zwischendurch zum Data Scientist

Welche Programmiersprachen bietet DataCamp an?
- Python, R, SQL, Java, Julia, Scala, C/C++
- JavaScript, Swift, Go, MATLAB, SAS, und mehr
Sechs Coding-Apps habe ich mir angesehen, und sie zielen auf sehr verschiedene Leute. DataCamp schiebt dich Richtung Datenanalyse, Brilliant Richtung Mathematik und Informatik-Grundlagen. Ehrlich gesagt macht dich keine dieser Apps allein zum Entwickler. Die Grundlagen bringen sie dir aber sauber bei.




Coding-Apps haben genau eine Superkraft: Sie senken die Einstiegshürde auf null. Du brauchst keine Entwicklungsumgebung und keinen freien Nachmittag. Du tippst Code direkt ins Handy und siehst sofort, ob er läuft. Aus meiner Erfahrung ist das für die ersten Wochen Gold wert.
Willst du herausfinden, ob Programmieren überhaupt zu dir passt, ist eine App der günstigste Test. Kannst du dagegen schon eine Sprache und willst tiefer einsteigen, wirst du schnell ungeduldig. Dann brauchst du eigene Projekte statt weiterer Lektionen.
Ein Muster fällt mir bei fast allen Apps auf. Sie erklären dir Syntax hervorragend und Architektur so gut wie gar nicht. Du lernst, wie eine Schleife aussieht. Du lernst nicht, wann du überhaupt eine brauchst. Diese Lücke füllst du nur mit eigenen Projekten.
Die sechs Apps unterscheiden sich hier deutlich. Mimo und Programming Hub sind fürs Handy gebaut, mit Lektionen von wenigen Minuten. DataCamp und Codecademy sind eigentlich Web-Plattformen mit einer App daneben. Sololearn liegt dazwischen und punktet mit seiner Community. Brilliant funktioniert dagegen auf Handy und Browser gleich gut.
Meine ehrliche Meinung dazu: Auf dem Handy lernst du die Vokabeln des Programmierens. Syntax, Schlüsselwörter und Logik in kleinen Happen. Echten Code schreibst du am Laptop, mit Editor und Terminal. Nutze die App also für den Weg zur Arbeit, nicht als einzige Lernquelle.
Ein praktischer Hinweis noch: Offline läuft bei diesen Apps fast nichts. DataCamp lässt immerhin einzelne Videokurse herunterladen, der Rest braucht eine Verbindung. Im Zug durch die Eifel sitzt du also auf dem Trockenen.
Hier gehen die Preise weit auseinander. Ich habe alles im August 2026 nachgeschaut, Brilliant kam im September 2026 dazu. Zwischen der günstigsten und der teuersten Option liegt ungefähr der Faktor sechs.
| App | Preis pro Jahr (Stand August 2026) | Kostenlose Version |
|---|---|---|
| Programming Hub | 49,95 €, Lebenszugang 49,99 € | ausgewählte Kurse mit Werbung |
| Sololearn | 77,99 € | Standardlektionen mit Werbung |
| Mimo | Pro 79,99 €, Max 299,88 € | Kurse ohne Zertifikate |
| Codecademy | Plus 179,88 €, Pro 215,88 € | Grundlagenkurse im Browser |
| DataCamp | rund 318 € bei 27 € im Monat | jedes erste Kapitel |
| Brilliant | ab 95,99 € im Jahr, 18,99 € im Monat | erste Lektionen jedes Kurses |
Programming Hub fällt mir dabei besonders auf. Der Lebenszugang kostet fast dasselbe wie ein einziges Jahr. Liegt dir die App, ist das ein richtig guter Deal.
DataCamp und Codecademy fallen dagegen aus dem Rahmen. Beide zielen auf einen Berufswechsel und rechnen entsprechend. Willst du nur ausprobieren, startest du besser bei Sololearn oder Programming Hub.
Kurz gesagt: weniger, als die Werbung verspricht. Die Zertifikate von Codecademy sind nicht akkreditiert. Sie gehören im Lebenslauf nicht unter Ausbildung, sondern zu den Kenntnissen. Für Mimo, Sololearn und Programming Hub gilt genau dasselbe.
Ganz wertlos sind sie trotzdem nicht. Der deutsche IT-Arbeitsmarkt bleibt eng. Laut Bitkom waren 2026 rund 79.000 IT-Stellen unbesetzt. 78 Prozent der Unternehmen melden weiterhin einen Mangel an IT-Fachkräften. In so einem Markt zeigt ein Zertifikat, dass du dich aus eigenem Antrieb weitergebildet hast. Es öffnet die Tür einen Spalt, mehr aber nicht.
Eine Einschränkung gehört dazu. Gegenüber 2023 sind diese Zahlen stark gefallen, damals zählte Bitkom 149.000 offene Stellen. Der Einstieg ist also spürbar schwerer geworden, gerade für Junioren.
Die Stack Overflow Developer Survey 2025 hat rund 49.000 Entwicklerinnen und Entwickler befragt. Nur 32,7 Prozent nutzten im Jahr davor Online-Kurse zum Lernen. Technische Dokumentation lag mit 67,8 Prozent klar vorn, Videos bei 50 Prozent.
Für dich heißt das: Die App ist der Anfang, nicht das Ziel. Baue früh eigene kleine Projekte, auch hässliche. Ein Taschenrechner, eine Wetterabfrage, eine Liste deiner Lieblingsfilme. Lade sie auf GitHub hoch. Ein einziges laufendes Projekt sagt mehr als fünf Kursabschlüsse.
Inzwischen hat fast jede App eine KI-Hilfe eingebaut, nur Brilliant setzt bislang auf klassisches Feedback ohne Chat-KI. Bei Mimo steckt der AI Coding Tutor im teuren Max-Abo. Sololearn und Codecademy packen ihre KI-Assistenten in die Premium-Stufen. DataCamp gibt dir KI-gestütztes Feedback zu deinem Code.
Ich nutze diese Helfer gern, aber mit einer festen Regel. Erst zehn Minuten selbst suchen, dann fragen. Wer sich sofort die Lösung anzeigen lässt, übt das Klicken statt das Denken. Genau der Frust beim Suchen ist der Teil, der dich zum Entwickler macht.
Monat eins gehört einer einzigen Sprache, am besten Python oder JavaScript. Nutze die kostenlose Version und lerne täglich fünfzehn Minuten. Erst wenn du vier Wochen durchgehalten hast, zahlst du für ein Abo. Halte dich mit der Sprachwahl nicht lange auf. Python und JavaScript sind beide gute Startpunkte, die Konzepte dahinter ähneln sich stark.
In Monat zwei baust du dein erstes eigenes Projekt, parallel zur App. In Monat drei wechselst du an den Laptop und lernst Git. Das klingt unspektakulär, funktioniert aber zuverlässig. Meiner Meinung nach scheitern die meisten nicht am Talent. Sie scheitern am Wechsel von der App zum echten Code.
Ich bin Tim, 26 Jahre alt, und schreibe hier über Online-Kurse und Weiterbildung. Mein Ziel ist simpel: Du sollst den Kurs finden, der wirklich zu dir passt.
Beitrag geschrieben von Tim Geier. Mehr über den Autor.Inhaltsverzeichnis