1. Duolingo: Der spielerische Einstieg in neue Sprachen

Welche Sprachen gibt es?
- Englisch, Französisch, Italienisch, Englisch
Acht Sprachlernapps liegen auf meinem Handy, und jede hat einen anderen Charakter. Duolingo spielt mit dir, Babbel unterrichtet dich, Anki lässt dich selbst entscheiden. Ehrlich gesagt gibt es hier keinen Testsieger. Es gibt nur die App, die zu deinem Alltag passt.







Ich sortiere die acht Apps in vier Gruppen. Die erste Gruppe unterrichtet dich richtig. Babbel und Busuu bauen ihre Lektionen nach Niveaustufen auf. Beide starten mit einem Einstufungstest und arbeiten sich sauber durch die Grammatik.
Die zweite Gruppe drillt deinen Wortschatz. Duolingo, Memrise und MosaLingua setzen auf kurze Einheiten und ständige Wiederholung. Die dritte Gruppe bringt dich zu Menschen. Bei Tandem suchst du dir kostenlos einen Lernpartner. Bei italki buchst du bezahlte Stunden bei echten Lehrern. Die vierte Gruppe unterrichtet gar nicht: Anki gibt dir nur ein leeres Karteikartensystem, Inhalte bringst du selbst mit oder lädst ein fertiges Community-Deck.
Diese Einteilung hilft dir bei der ersten Entscheidung. Bist du blutiger Anfänger, starte in Gruppe eins oder zwei. Kannst du schon ein paar Sätze, springst du direkt in Gruppe drei. Der häufigste Fehler ist die falsche Reihenfolge. Wer ohne Grundwortschatz in einen Sprachaustausch geht, schweigt dort peinlich berührt.
Fast alle diese Apps nutzen verteilte Wiederholung, meist Spaced Repetition genannt. Das Prinzip ist alt und ziemlich simpel. Du siehst ein Wort genau dann wieder, wenn du es fast vergessen hast. MosaLingua hat sein komplettes Konzept darauf aufgebaut, Anki sogar sein ganzes Programm ohne festen Kurs drumherum.
Die Forschung gibt dieser Methode recht. Eine Metaanalyse aus der medizinischen Ausbildung wertete 2026 vierzehn Studien mit 21.415 Teilnehmenden aus. Die gepoolte Effektstärke lag bei 0,78, ein sehr guter Wert für eine Lernmethode. In 13 der 14 Studien schnitten die Lernenden mit verteilter Wiederholung besser ab. Selbst Nachtests nach 6 bis 20 Monaten zeigten keinen geringeren Nutzen.
Ein Haken bleibt trotzdem. Vokabeln im Kopf sind noch lange kein Gespräch. Genau an diesem Punkt trennen sich die sieben Apps.
2026 hat fast jede Sprachlernapp einen KI-Gesprächspartner an Bord. Babbel startete seinen Sprechtrainer Babbel Speak im September 2025 als offene Beta. Duolingo verkauft KI-Rollenspiele im Max-Abo, Memrise wirbt mit seinen KI-Buddys. Busuu und MosaLingua haben eigene KI-Konversationsübungen. Nur Tandem und Anki verzichten komplett darauf. Bei Tandem schreiben echte Menschen, bei Anki nur du selbst.
Aus meiner Erfahrung ist der KI-Partner besser als sein Ruf. Er hat unendlich Geduld und du blamierst dich vor niemandem. Er merkt aber nicht, wenn du ihn mit drei Standardsätzen abspeist. Ein echter Mensch merkt das sofort. Deshalb finde ich die Kombination am stärksten: KI gegen die Angst, Mensch für den Fortschritt.
Alle Preise habe ich im August 2026 geprüft, Anki kam im September 2026 dazu. Die Jahresabos liegen erstaunlich nah beieinander, die Monatsabos überhaupt nicht. Wer monatlich zahlt, zahlt fast überall deutlich drauf.
| App | Preis (Stand August 2026) | Kostenlose Version |
|---|---|---|
| Duolingo | Super 14,99 € im Monat, Max 29,99 € im Monat | alle Inhalte, mit Werbung und Herzen |
| Babbel | 108 € für 12 Monate | nur die erste Lektion je Sprache |
| Busuu | 6,99 € im Monat im Jahresabo | begrenzte Lektionen, mit Werbung |
| MosaLingua | 71,90 € im Jahr | keine dauerhafte Gratisversion |
| Memrise | 67,99 € im Jahr | Basisversion mit Werbung |
| Tandem | 59,90 € im Jahr | Sprachaustausch komplett kostenlos |
| italki | Plus-Abo 69,99 € im Jahr | Unterricht wird pro Stunde bezahlt |
| Anki | Windows/Mac/Android 0 €, iOS 29,99 € einmalig | Ja, außer auf dem iPhone |
Bei italki musst du aufpassen. Das Abo enthält nur Zusatzfunktionen, der Unterricht kostet extra. Tandem ist im Gegenzug die einzige App, die dauerhaft ohne Bezahlung nutzbar bleibt.
Memrise und MosaLingua verkaufen zusätzlich einen Zugang auf Lebenszeit. Bei Memrise lag der zuletzt bei 92 Euro, bei MosaLingua bei rund 100 Euro. Beide Angebote tauchen meist zum Black Friday auf. Ab dem zweiten Lernjahr rechnet sich das klar.
Busuu stellt als einzige dieser Apps ein Zertifikat aus, gemeinsam mit McGraw Hill Education. Es bescheinigt dir die Stufen A1 bis B2 nach dem Europäischen Referenzrahmen. Das klingt stark, hat aber klare Grenzen.
So ein Zertifikat ist kein TOEFL und kein Goethe-Zertifikat. Universitäten und Behörden akzeptieren es nicht als Sprachnachweis. Wertlos ist es trotzdem nicht. Es zeigt im Lebenslauf, dass du dranbleibst, und es motiviert dich selbst. Brauchst du den Nachweis wirklich, buche eine offizielle Prüfung.
Nützlicher finde ich die Einstufungstests. Babbel und Busuu setzen dich damit auf die passende Stufe. Das spart dir Wochen mit Lektionen, die du längst beherrschst.
Jetzt die Zahl, die niemand hören will. LanguageCert rechnet für die Stufe A2 mit etwa 95 Unterrichtsstunden. Für B1 sind es rund 180 Stunden, für B2 nochmal 180. Diese Werte gelten je Stufe und werden nicht zusammengezählt.
Rechne das auf deine App um. Zehn Minuten täglich sind gut 60 Stunden im Jahr. Für ein solides A2 brauchst du also grob anderthalb Jahre. Duolingo selbst berichtet, dass Lernende nach fünf Kursstufen so weit kamen wie Studierende nach fünf Semestern. Das ist eine Studie des Anbieters, also nimm sie mit Vorsicht.
Fang mit einer App an, nicht mit drei. Willst du strukturiert lernen, nimm Babbel oder Busuu. Willst du erstmal nur Spaß haben, nimm Duolingo. Beides kostet dich in den ersten Wochen fast nichts.
Nach etwa acht Wochen kommt der wichtigere Schritt. Such dir einen Menschen zum Reden, kostenlos über Tandem oder bezahlt über italki. Meiner Meinung nach entscheidet dieser Schritt alles. Er macht aus deiner hübschen Lernserie eine Sprache, die du wirklich sprichst.
Ich bin Tim, 26 Jahre alt, und schreibe hier über Online-Kurse und Weiterbildung. Mein Ziel ist simpel: Du sollst den Kurs finden, der wirklich zu dir passt.
Beitrag geschrieben von Tim Geier. Mehr über den Autor.Inhaltsverzeichnis